1. Hintergrund: Powell-Statement vom 11. Januar 2026
Am 11. Januar 2026 gab Jerome H. Powell, Vorsitzender der Federal Reserve (Fed), ein ungewöhnlich direktes Statement heraus. Er bestätigte, dass das U.S. Justizministerium (DOJ) der Fed Grand-Jury-Vorladungen zugestellt hat und eine mögliche strafrechtliche Anklage gegen ihn selbst im Raum steht. Diese Vorladungen beziehen sich auf seine Aussage im Juni 2025 vor dem Senat, unter anderem zur mehrjährigen Renovierung von Fed-Gebäuden. Powell widerspricht den Vorwürfen und hält sie für politisch motiviert.
(Link zum Artikel federalreserve.gov: Statement from Federal Reserve Chair Jerome H. Powell )
Powell betonte, dass es nicht um Renovierungskosten oder Falschaussagen gehe, sondern darum, ob die Fed weiterhin unabhängig Zinspolitik betreiben kann, ohne politischen Druck vonseiten der Regierung.
2. Politische Dimension
Die Auseinandersetzung fällt in einen Kontext, in dem Präsident Donald Trump seit Monaten öffentlich Druck auf Powell ausübt, weil die Fed seiner Meinung nach zu zögerlich bei Zinssenkungen sei.
Kritiker sehen im DOJ-Vorgehen ein <>Versuch, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu untergraben – ein Grundpfeiler moderner Geldpolitik, um zentrale Entscheidungen von kurzfristiger Politik fernzuhalten.
Zudem ist offen, ob Powell nach dem Ende seiner Amtszeit im Mai 2026 weiter auf dem Board verbleibt – ein Faktor mit großer Bedeutung für den politischen Einfluss auf die Fed.
3. Reaktionen aus USA & global
Kritik an der Untersuchung:
Bipartisaner Widerstand im US-Kongress: Politiker beider großer Parteien warnen vor einer politischen Instrumentalisierung des DOJ.
Ehemalige Fed-Chefs & internationale Zentralbanken äußerten starke Solidarität mit Powell und betonten die Bedeutung von Zentralbank-Unabhängigkeit für globale wirtschaftliche Stabilität.
Internationale Institutionen wie der IWF unterstützen Powell ausdrücklich und warnen vor Risiken politischer Einflussnahme auf Notenbankentscheidungen.
Reaktionen von Regierung & Umfeld:
Einige Regierungsvertreter versuchen, die Untersuchung als Routine-Überprüfung darzustellen. Trotzdem bleibt der politische Konflikt sichtbar, da Powell selbst den Zusammenhang zu Zinspolitik herstellt.
Australische und weitere Zentralbankvertreter bekräftigen zudem die Bedeutung von Zentralbank-Unabhängigkeit weltweit.
